Studium

Das Betrachtungsfeld von NaBiKa erstreckt sich über alle Qualifikationsebenen hinweg. Dabei sind die einzelnen Ebenen zwar miteinander verknüpft, bedingen sich zum Teil gegenseitig und sind insbesondere als Gesamtsystem zu verstehen. Doch hat jede Ebene auch ihre Besonderheiten, die einer speziellen Betrachtung zu unterziehen sind. Für das Untersuchungsfeld Studium soll der Blick auf die Vermittlung von Schnittstellenkompetenzen gelenkt werden.

So haben sich die Herausforderungen an die Hochschulausbildung geändert. Für Wirtschaftsunternehmen im internationalen Wettbewerb nehmen Schnittstellenkompetenzen im Zusammenhang mit Nachhaltigkeitsstrategien - neben Kompetenzen wie Sozial-, Handlungs- und Gestaltungskompetenzen - eine immer bedeutendere Rolle ein. Diese beziehen sich u. a. auf die Übergangsstellen von verschiedenen Systemen wie z. B. ingenieurwissenschaftliche und sozialwissenschaftliche (BWL, Management) Denkansätze.

Beide Bereiche sind für unternehmerisches Handeln unabdingbar und beeinflussen sich gegenseitig. In der klassischen Hochschulausbildung wird auf die Schnittstellenkompetenz, also die Verbindung zwischen technischen und sozialwissenschaftlichen Lehrinhalten in der Regel wenig eingegangen. Eher dominiert eine klare Trennlinie zwischen beiden Bereichen. Das führt zu Spezialistentum und damit mangelnder Kenntnis der durch die Umwelt bedingten Einflussfaktoren auf das eigene Handeln und umkehrt zur Unkenntnis über die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Umwelt.

Auf dieser Grundlage sollen für das NaBiKa Projekt unter dem Aspekt der Schnittstellenkompetenzen und Nachhaltigkeit folgende Aufgabenfelder untersucht werden:

Teil 1:

  • Screening der aktuellen Hochschulausbildung in Deutschland mit Blick auf mögliche Ansätze für den Aufbau von Schnittstellenkompetenzen in den Bereichen Wirtschaft/Management und Technik/Technologie.
  • Screening der Literatur zu Schnittstellenfragestellungen im Produktions- und Managementbereich.
  • Screening der Literatur zu Lösungsansätzen für Schnittstellenfragestellungen.
  • Ausarbeitung von Lösungsansätzen und -konzepten für Schnittstellenfrage-stellungen zur Anwendung in der Hochschullehre.

Teil 2:

  • Umsetzung der theoretischen Ansätze in Lehrinhalte und Vernetzung der technischen Module im Sinne des Schnittstellenansatzes mit den nicht-technischen Modulen der Studiengänge Technologiemanagement (B.Ing.) und Baubetriebsmanagement (B.Sc.). Ausarbeitung eines Curriculums für einzelne Module der  o.g. Studiengänge an Hand der Vernetzungsstrukturen.

Teil 3:

  • Erprobung der Lehrinhalte im Unterricht mit zwei Studiengruppen (BBM und TM). Empirische Erhebung von Daten durch Unterrichtsbeobachtung, Befragung der Studenten und Durchführung von Prüfungen. Auswertung der Ergebnisse inkl. Analyse und Evaluation sowie Dokumentation.