Projektaufbau und Projektfelder

Hinsichtlich der nachhaltigkeitsrelevanten Kompetenzen und Fähigkeiten, die für Aus-, Weiterbildung und Studium von Bedeutung sind, ist die Fülle der wissenschaftlichen Untersuchungen und des Informationsmaterials nahezu unüberschaubar. Es hat sich jedoch herauskristallisiert, dass unter dem Stichwort „Berufsbildung für eine nachhaltige Entwicklung“ die Vermittlung von Sozialkompetenz, Handlungskompetenz und Gestaltungskompetenz gemeinhin als notwendig betrachtet wird. Hinzu kommt – insbesondere mit studiumrelevanter Bedeutung – die Forderung nach Schnittstellenkompetenzen, die sich u. a. auf die Übergangsstellen von verschiedenen Systemen wie z. B. ingenieurwissenschaftliche und sozialwissenschaftliche (BWL, Management) Denkansätze beziehen.

Vor diesem Hintergrund sowie der gesammelten Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem NICA-Projekt wurde zur Veranschaulichung des Projektumfangs, der betroffenen Aufgabenbereiche sowie der angestrebten Entwicklungs- und Umsetzungsschritte folgendes Projektdesign für NaBiKa erstellt:

Demnach wurden folgende sechs Aufgabenfelder definiert:

  • Berufsvorbereitung
  • Ausbildung
  • Weiterbildung
  • Studium
  • Lehrkräftequalifizierung
  • Leitbildentwicklung

Dem Projektdesign liegt in erster Linie die Auffassung zu Grunde, dass eine wirkungsvolle Umsetzung des Nachhaltigkeitsgedankens in Unternehmen eine ganzheitliche Betrachtung voraussetzt.

So ist zunächst eine Sensibilisierung der Berufseinsteiger, Auszubildenden und Beschäftigten über alle Qualifikationsebenen hinweg notwendig. Diese Sensibilisierung soll über die Vermittlung von Allgemeinwissen (NH-Basiswissen) erfolgen. Je nach Qualifizierungsebene und persönlichen Voraussetzungen baut die Vermittlung nachhaltigkeitsrelevanten Wissens sukzessive aufeinander auf.

Darüber hinaus gilt es, die notwendigen Kompetenzen zu schulen, die eine Umsetzung von gelerntem Wissen in gelebte Handlungen ermöglichen sollen. Entlang einer Qualifikationshierarchie von der Berufsvorbereitung über die Aus- und Weiterbildung bis zum Studium wurden die einzelnen Kompetenzfelder als Schwerpunkte den Qualifikationsebenen zugeordnet.

Schließlich gilt es, nachhaltigkeitsrelevante Handlungs- und Entscheidungsalternativen in Arbeitsprozessen zu untersuchen, um Anwendungsmöglichkeiten aufzuzeigen und das Handeln im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu stärken. In der Aus- und Weiterbildung geschieht dies handlungsspezifisch und prozessorientiert in den Unternehmen, das Studium berücksichtigt diese Aufgabe auf theoretischer Ebene.

Zur Vermittlung der genannten Bausteine (Basiswissen, Kompetenzfelder und Arbeitsprozesse) ist eine entsprechende Qualifizierung der Lehrkräfte notwendig. Zudem sind diesen Lehrkräften entsprechende Handreichungen zur Verfügung zu stellen. Der Gesamtrahmen des Projektes NaBiKa schließt demzufolge die Aufgabe ein, Ausbilder, Weiterbildner und Berufsschullehrer entsprechend vorzubereiten, zu qualifizieren und mit Lehrmaterial auszustatten.

Nicht zuletzt ist eine wirkungsvolle Umsetzung des Leitbildes einer nachhaltigen Entwicklung in Unternehmen nicht nur davon abhängig, inwieweit eine entsprechende Nachhaltigkeitsqualifizierung der Beschäftigten vorliegt. Vielmehr ist eine solche Ausrichtung nur dauerhaft gesichert, wenn Nachhaltigkeitsgedanken in die Unternehmensstrategie und das Leitbild von Unternehmen Eingang finden. Insofern ist der Leitbildentwicklung von Unternehmen besondere Aufmerksamkeit zu widmen und in die ganzheitliche Betrachtung einzubeziehen.